Selbstliebe ist ein Thema, über das einfach nicht oft genug geschrieben werden kann. Sie ist in aller Munde und für viele dennoch so schwer zu leben. Immer wieder kommen Hindernisse, auf den Weg zum Ziel Selbstliebe, in die Quere. Wie die Selbstzweifel. Es ist diese kleine innere Stimme, die doch so penetrant ist. Sie flüstert dir im wieder ins Ohr „war das richtig so?“, „ hast du wirklich alles gegeben?“ , „was denken nur die anderen darüber?“, „oh je, dass kann ich doch eh nicht“. Sie streut zunächst kleine Unsicherheiten aus, die langfristig zu handfesten und gravierenden Selbstzweifeln ausarten können.

Ich behaupte frech, kaum jemand ist vor Selbstzweifeln gefeit, jeder stellt sich im Laufe seines Lebens in Frage. Wichtig ist, dass sie nicht unser Leben bestimmen und uns außer Gefecht setzten. Ein paar kleine Selbstzweifel sind manchmal auch hilfreich, regen sie uns an zu reflektieren, uns zu motivieren und uns zu hinterfragen und können dazu beitragen, neue Fähigkeiten zu entwickeln und Lösungen zu suchen, damit wir uns sicher und wohl fühlen.

Nur, wenn sie ein Ausmaß annehmen, in dem sich keinerlei Aufgaben mehr zugetraut werden, man sich wie gehemmt fühlt und vor lauter Angst, kaum noch konzentrieren kann,  und nicht mal mehr was mit seinen Freunden machen mag, aus Unsicherheit, dann läuft gewaltig was schief. Dann ist es eindeutig an der Zeit, etwas zu verändern. Bis der Entschluss gefasst ist was zu ändern, hatten die Selbstzweifel in der Regel, schon eine Menge Zeit sich in deinem Leben breit zu machen und sich häuslich einzurichten. Strategien wurden entwickelt, um die Selbstzweifel in Schach zu halten

  • Perfektionistisch und akribisch stundenlang an jeder noch so kleinen Aufgabe arbeiten, um ja Fehler  und Kritik zu vermeiden,
  • nicht die eigene Meinung äußern, man könnte ja quatsch reden oder der Gegenüber könnte einen ja für doof halten
  • Nicht die eigenen Bedürfnisse einfordern, das wäre doch total egoistisch und am Ende steht vielleicht ein Konflikt oder man hat keine Freunde mehr?
  • Nur nicht an sich glauben, dann übersieht man irgendwas und am Ende läuft es schlecht, und man hat es ja eh gewusst!
  • Nur nicht neue Herausforderungen annehmen, das packt man ja ohnehin nicht

Egal was andere sagen
Nur wie kommt man da wieder heraus? Zunächst heißt es Verantwortung zu übernehmen, denn es ist wirklich wichtig sich immer wieder bewusst zu machen, du hast es in der Hand ein glückliches und zufriedenes Leben zu führen. Du kannst es also ändern und du kannst es auch schaffen, deine Selbstzweifel auf ein Maß herunter zu schrauben, dass es für dich in Ordnung ist.

Mache dir bewusst, so wie du bist, genau so, bist du richtig. Auch wenn du Fehler machst, auch wenn du etwas verpatzt, auch wenn du äußeren Ansprüchen nicht gerecht wirst.

Eine weit verbreitete Sorge, die im Kontext Selbstzweifel immer wieder zu finden ist, ist im Job nicht zu genügen. Dies führt oft dazu, dass sich Menschen bis zur Unkenntlichkeit verbiegen, um ja zu gefallen. Am Ende, hat der Mensch, der den Job macht nicht mehr viel mit ihnen zu tun. Ist der Job es dann wert? Eigentlich ist es ganz einfach – wenn du so bist wie du bist und dein Job gelingt dir, dann ist es auch der richtige. Wenn du authentisch und du selbst bist und es so gar nicht klappen mag in dem Job, du nicht wirklich glücklich bist und dich quälst, dann bist nicht du falsch, sondern dann war der Job nicht der richtige für dich. Das heißt nicht, dass du was falsch gemacht hast oder falsch bist. Es herrscht lediglich ein Konflikt in der Passung Job und du. Das ist total ok und passiert wirklich oft, besonders bei der Vielfalt, die heute herrscht. Es ist wie ein Puzzle, manchmal passen Teile nicht zusammen. Dann sagst du ja auch nicht: das eine Puzzleteil ist schlecht und das andere gut, sondern du suchst so lange, bis du das passende Gegenstück gefunden hast.

Puzzlestück
Manchmal sind wir auch zu selbstkritisch und suchen den Fehler bei uns – dabei kann es manchmal auch einfach nur nicht passen!
Das gleiche gilt auch für alle anderen Bereiche. Beispielsweise Freundschaften. Sei du selbst, stehe zu dir und deinen Bedürfnissen. Viele haben Angst, das Gegenüber vor den Kopf zu stoßen, zu verletzten oder zu vergraulen, wenn sie etwas nicht mögen, keine Zeit haben oder etwas nicht möchten. Dabei ist es wichtig die eigenen Bedürfnisse zu respektieren, das tun wir bei anderen ja, wie selbstverständlich. Versuche dir bewusst zu machen, je authentischer du bist und je mehr du zu dir stehst umso eher triffst du auch auf Menschen, die wie das perfekte Puzzlestück zu dir passen. Und sei dir gewiss, wahre Freunde verstehen dich und deine Bedürfnisse und respektieren diese.

Du bist genau richtig!
….genau so, wie Du bist!
Es geht nicht darum auf Teufel komm raus, nur noch den eigenen Kopf durchzusetzen, sich selbst zu glorifizieren oder nicht mehr offen für Veränderungen zu sein, sondern zu sich zu stehen, sich Schwächen zuzugestehen und zu erlauben und die Bedürfnisse zu kommunizieren und sich ernst zu nehmen. Sich nicht bis zur Unkenntlichkeit zu verbiegen und anzupassen,  und herauszufinden, was man mag und was einem Freude bereitet. Zu überlegen, wo man noch dazulernen kann und es auch möchte und zu akzeptieren, wenn man auch manches nicht mag oder nicht können möchte, das ist ok. Denn manchmal passt es einfach nicht und dann ist weder das eine noch das andere Puzzleteil kaputt, sondern es passt einfach nur nicht zusammen. Nicht mehr und nicht weniger.

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