Den Großteil meines Lebens wohne ich bereits in Hamburg – die, meines Erachtens nach, schönste Stadt der Welt! Auch wenn sie uns sonnentechnisch oftmals im Stich lässt, gleicht sie dies immer wieder aus mit ihrer Schönheit.

Aber nun zum eigentlichen Thema. Seit nun 4 Jahren lebe ich in ein und demselben Stadtteil. Ich habe, wie jeder Mensch, meine Routinen entwickelt. Gehe immer die selben Wege und kenne meine Umgebung – dachte ich. Von der S-Bahn beispielsweise, habe ich immer den Ausgang genommen, der an der Hauptstraße lang nach Hause geführt hat. Ich kann nicht mal so genau sagen, wie ich die Entscheidung getroffen habe. Denn es gibt noch einen zweiten Ausgang. Es ist einfach passiert. Und so bin ich diesen Weg Jahr, für Jahr, für Jahr gegangen, ohne zu hinterfragen, ob der andere Ausgang nicht eine lohnenswerte Alternative bieten könnte. Warum auch. Ich bin immer am Ziel angekommen, mal schneller, mal langsamer.

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So sind wir Menschen. Wir sind Meister im Gewohnheiten entwickeln. Dies ist absolut hilfreich, denn letztlich laufen diese automatisch ab und nehmen uns so eine Menge Arbeit ab. Die Alternative würde schließlich bedeuten, sich immer wieder aufs Neue zu entscheiden, was zugegebener Weise doch eine gewisse Menge kognitiver Kapazitäten benötigen würde. Die Automatisierung, bzw. Gewohnheit kann uns also den Alltag um einiges erleichtern (außer es handelt sich um unliebsame Gewohnheiten, aber das ist ein Thema für sich).

Manchmal kann es aber auch dazu führen, dass wir irgendwann in sinnlosen Mustern gefangen sind, und uns Neues verschlossen bleibt. Wir nicht mehr hinterfragen, ob unser Muster denn überhaupt noch aktuell ist, oder ein neues, anderes vielleicht sinnvoller wäre. Wie beispielsweise, die immer gleiche Wahl des Ausgangs vom S-Bahn Gleis.

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Dennoch – aus einem mir nicht bewussten Impuls heraus, habe ich vor kurzem, das erste Mal in vier Jahren, den anderen Ausgang genommen. Bin einfach mal abgebogen und aus meiner Gewohnheit ausgebrochen. Ungewohnt war es. Ungewohnt ruhig, grün, schön. Kein Vergleich zur lauten und befahrenen Hauptstraße. Sogar ein kleines Flüsschen fließt am Rande dieses Weges. Etwas womit ich nun wirklich nicht gerechnet habe. Der Weg ist kürzer, schöner, eine lohnenswerte Bereicherung.

Es müssen nicht die großen Veränderungen sein, die das Leben bereichern. Manchmal kann es einfach nur die Entscheidung sein, den anderen Ausgang vom S-Bahn Bahnsteig zu nehmen.

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