Wie freundschaftlich bist Du Dir selbst gesonnen? Wie wohlwollend, nachsichtig und liebevoll begegnest Du Dir selbst jeden Tag? 

Mit erschrecken stellen die meisten, denen ich diese Frage stelle fest, dass sie selbst ihr größter Kritiker und Feind sind. Die Frage, ob sie so mit einem guten Freund umgehen würden, wie sie es zum Teil mit sich selbst tun, ist schnell beantwortet: auf keinen Fall!

Aber wieso, werden klare moralische Richtwerte außer Kraft gesetzt, wenn es um uns selbst geht? Und noch wichtiger, was kann dagegen getan werden?

Zunächst kann es hilfreich sein unsere Gesellschaft zu betrachten. Grund-überzeugungen wie

  • nur die harten kommen in den Garten
  • ein Indianer kennt keinen Schmerz 
  • Stillstand ist Rückschritt 

tragen dazu bei, dass es scheinbar nicht mehr genügt einfach nur man selbst zu sein. Stetige Optimierung ist an der Tagesform. Unternehmen steigern täglich ihre Anforderungen und verkaufen es unter dem Deckmantel der systemischen Führung, welche nichts im geringsten mehr damit zu tun hat. Optimierung und Verbesserung ist in. Akzeptanz und ein sich wohlwollendes Begegnen wird so schwer gemacht. Dies würde ja bedeuten, nicht mehr im Prozess der ständigen Selbstverbesserung zu sein, nicht mehr unnachgiebig zu leisten.
Diese Sichtweise, ohne Pause an sich zu arbeiten, über seine Grenzen hinaus zu wachsen und nie gut genug zu sein, machen es überaus schwer, mit sich selbst ins Reine zu kommen oder sich zu mögen. Oder wie würdest Du einem „Freund“ begegnen der Dir ständig sagt: es reicht nicht! Streng Dich mehr an! Pausen sind was für Weicheier! Gib Gas, Du kannst immer besser werden (so wie Du jetzt bist reichst Du noch nicht)…. vermutlich würdest Du so jemandem die Meinung sagen, vielleicht wärst Du auch sprachlos, über so eine Frechheit.

Wie hingegen, würde ein Dir wohlgesonner Freund sprechen?

So wie Du bist, bist Du genau richtig! Gönne Dir ruhig Auszeiten und Pausen. Du bist nur ein Mensch und hast Bedürfnisse. Du darfst Fehler machen, das gehört zum Leben dazu und macht aus Dir keinen schlechteren Menschen sondern macht Dich gerade menschlich. Bedenke, Grenzen sind nicht nur da, um überwunden zu werden, sie sollen auch schützen!

Diese Stimme sollten wir alle versuchen in uns zu stärken. Frage Dich also ruhig immer mal wieder zwischen durch: was würde ein guter Freund jetzt tröstendes, liebevolles sagen?  Und genieße die wohlwollenden und Dich stärkenden Worte. Du hast jedes einzelne liebevolle Wort verdient!
P.s.

Wenn Dir der Artikel gefällt, würde ich mich sehr freuen, wenn Du ihn teilen würdest :-). 

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