Das erste Mal kam ich mit dem Begriff der Achtsamkeit in Berührung durch meine Mutter. Sie ist Yogalehrerin und in meinen Augen Weise. Sie hat schon vor Jahrzehnten verstanden, was unsere Gesellschaft so langsam anfängt zu begreifen. Die Bedeutsamkeit von Achtsamkeit und ihre Wirkung auf die Gesundheit. Als Teenager wollte ich das natürlich nicht wissen. So ein esoterischer Quatsch.

Das zweite Mal habe ich den Begriff in meinem Studium zu hören bekommen. Immer mehr Therapieverfahren legten den Fokus auf die Achtsamkeit ( bspw. DBT oder MBSR). Und meine Dozenten waren hin und weg. Da habe ich angefangen zu begreifen, dass es sich scheinbar um etwas sehr wirkungsvolles und sinnvolles handeln muss. Ich habe begonnen mich mit Achtsamkeit und ihrer Wirkung zu beschäftigen.

Ich für mich definiere Achtsamkeit so:

Der Versuch im Hier und Jetzt zu sein, nicht zu bewerten, lediglich wahrnehmen, beobachten und beschreiben.

Das klingt tatsächlich leichter als es ist und bedarf meines Erachtens einer Menge Übung. Bewerten liegt schließlich in unserer Natur und ist überlebenswichtig! Wäre es doch fatal bedrohliche Situationen nicht als solche zu bewerten.

Auch wenn solche Bewertungen wichtig sind, kann uns eine achtsame Grundhaltung schützen. Davor mit den sorgenvollen Gedanken und Bewertungen in der Vergangenheit oder Zukunft zu verweilen. Altem nach zu hängen, was unabänderlich ist oder katastrophisierende Gedanken zu Situationen in der Zukunft zu hegen.

Bewertungen haben einen entscheidenden Einfluss darauf wie wir uns fühlen. Wenn wir nur noch negativ werten, weil wir es uns über die Jahre antrainiert haben, wird unsere Laune nicht gerade steigen. Ständige negative Wertungen können dazu beitragen, dass Stress entsteht, wo keiner sein muss. Wenn nur wahrgenommen und beschrieben wird, ist kein Platz für Wut oder Angst. Diese Gefühle entstehen durch negative Wertungen.

Macht man sich dies bewusst, wird deutlich, dass wir unseren Gefühlen nicht machtlos ausgeliefert sind, sondern einen großen Einfluss darauf haben. Es hängt davon ab, wie wie das Wahrgenomme, oftmals unbewusst, interpretieren. Und diese Interpretationen können wir beeinflussen indem wir sie uns bewusst machen, mit Hilfe der Achtsamkeit.

Also achte doch auch spaßeshalber mal darauf, wie oft Du wertest und versuche Dich darin zu üben nur wahrzunehmen und zu beschreiben. Nimm beispielsweise ein Stück Schokolade schaue es an, rieche daran und iss es schließlich achtsam. Versuche nur zu beschreiben, wie es sich anfühlt, riecht, aussieht, ohne zu werten, wie lecker es beispielsweise ist.

Mit so einer kleinen Übung kannst Du Deine Achtsamkeit trainieren und so nach und nach von ihren Vorteilen profitieren.

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